Desaster Recovery

Nach 3 Tagen erfolgreich…

Das ist passiert:
HP-Rechner von 2005 mit Win10 64bit war nach einem versehentlichen Standby plötzlich nicht mehr zu starten. Windows 10 versuchte Reparatur, zeigte aber maximal einen schwarzen Startbildschirm mit Maus-Zeiger / Cursor bzw. nach einigen Versuche einen blauen Bildschirm mit Mauszeiger, aber ohne Interaktionsmöglichkeiten. Auch Tips im Web mit blind das Passwort eintippen etc. haben nicht gebracht.

In weiterer folge bootete das System plötzlich überhaupt nicht mehr, was mich zunächst stutzig machte und ich mir mittels Diskpart die Festplatte genauer vornahm. Dabei viel auf, dass die Partition 2 nur mehr im RAW-Format vorlag, obwohl diese wie die Boot-Partition (100MB Win-Standard) natürlich in NTFS formatiert war.
Das Problem jetzt: Die Partition reparieren, ohne die Daten zu gefährden (gab natürlich kein Backup).

Hier hat nur geholfen über eine (ältere) Acronis-Version vom Stick zu booten – Linux konnte den offenbar defekten MBR der Systemplatte ohne Probleme lesen und somit konnte ich die Daten zunächst in Sicherheit bringen.

Nachdem die Sicherung fertig war begann ich dann mit dem eigentlichen Wiederherstellen des Systems. Das Reparieren mittels bcdedit /fixboot /fixmbr funktionierte nicht und auch /scanos lieferte kein Ergebnis – irgendwie logisch, da die Partition im RAW-Format ja nicht von Windows erkannt wird (da könnte MS noch von Linux lernen…).
Folgende Lösungsvarianten mit der Windows Wiederherstellungskonsole (über Win10-USB-Stick) kamen nach Web-Recherche in Frage:
convert
checkdsk

Nachdem Checkdisk lt. Berichten manchmal mehr Schaden anrichtet als es hilft, probierte ich zunächst die convert-Variante.
Hier stellt sich heraus dass mit convert „C: /FS:NTFS /X“ Windows plötzlich doch erkennt, dass die Partition bereits im NTFS-Format vorliegt – also kein Fortschritt… (im Hinterkopf hatte ich hier umwandeln in FAT und dann zurück in NTFS, war aber ein Worst-Case Szenario)

Nachdem die Daten gesichert waren, wagte ich mich somit an Checkdisk (chkdsk C: /f /r) und ließ es mal 1,5 Stunden laufen.
Nach dem Lauf direkt über diskpart die Datenstruktur überprüft und siehe da, plötzlich ist Laufwerk C wieder NTFS, obwohl Checkdisk keine Fehler gefunden/angezeigt hatte. Damit war der Weg für einen erfolgreichen Windows-Bootvorgang allerdings wieder geebnet. Sicherheitshalber hab ich die Boote-Partition (versteckte 100MB-Partition) noch mittels Diskpart als Active markiert -> Neustart

BOOTMGR fehlt

Ok, so ganz einfach ist es nicht, der Bootmanager ließ sich mit bcdedit dann allerdings wiederherstellen, nachdem das Partitions-Format wieder richtig erkannt wurde. Hier würde auch helfen von einem Windows-Bootmedium zu starten, dann sollte die automatische Reparatur auch den Bootloader korrekt wiederherstellen können…

Vielleicht hilft dieser Kurzbericht bei ähnlichen Fällen und wenns wieder mal passiert zum Nachlesen der Hintergründe 😉

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